Sonntag; Rund um das Himmelsohr

Heute geht es los, und gleich das Schwierigste zu Beginn der Woche, der Radmarathon führt die Sportler in die Eifel. Nicht umsonst heißt die Tour "Rund um das Himmelsohr", Effelsberg mit seinem Radioteleskop, liegt schon mitten drin in dieser schönen, nicht nur für Radsportler besonders attraktiven Landschaft - als Verpflegungspunkt bestens geeignet kommen aber auch viele Schaulustige jeden Tag in den kleinen Ort nahe Münstereifel um einen Blick auf den fast 2.000 Tonnen schweren, um 360° drehbaren, Schirm zu werfen. Schon seit den frühen 1980er Jahren horcht man in Effelsberg in den Weltraum um ihm seine Geheimnisse zu entlocken.

Daran denkt der Radler aber wenn dann nur kurz - über 200 km und fast 3.000 hm stehen auf dem Programm - in Effelsberg ist aber das Schwerste schon geschafft.

Aber auch auf den anderen Strecken solllte man sich keine Konditionsschwäche erlauben, von der Rheinschiene aus sind immer ein paar Höhenmeter zu überwinden um den Einstieg in die Eifel zu erreichen.

Fazit: Wer durch die Eifel will muss verdammt gut fahren können!  (Strecken auf gpsies.com)

Montag: Flughafen-Runde

Rechtsrheinisch geht es nordwärts flach durch die Felder der Kölner Bucht und kleine malerische und enge Dörfchen. Das ist eindeutig noch nix zum Rasen - eher Sightseeing, Cruisen und Erfahrungsaustausch nach dem anstrengenden Marathon. Langsam die Beine warmfahren.

Der direkte Weg führt entlang der Siegauen zurück. Ein bisschen weiter ist es am Rhein entlang, durch die Wahner Heide und einmal um den Flughafen Köln/Bonn drum herum. Mit etwas Glück fliegt ein Jet in geringer Höhe über die Köpfe.

Die Schleife ins Oberbergische fordert schon mehr Einsatz vom Sportler. Zurück an der Sieg, natürlich auf dem Radweg!

Fazit: Die Woche liegt noch vor dem Radfahrer, teile Deine Kraft ein...  (Strecken auf gpsies.com)

Dienstag: Durchs Drachenfelser Ländchen

Gen Süden, entlang des Rheins bis Bad Honnef - die Badehose kann aber getrost zuhause bleiben, das Wasser wird trockenem Fußes auf der Fähre überwunden. Kurz und flach führt der direkte Rückweg am Rheinufer-Radweg an Bad Godesberg vorbei über die Bonner Südbrücke zurück zum Start.

Für die anderen beginnt der kurze Anstieg in Drachenfelser Ländchen, wer zurück schaut sieht den Namensgeber und das Ziel des Bergzeitfahrens auf der anderen Rheinseite

Die Entscheidung weitere 30 Kilometer zu leisten fällt nicht schwer, die Höhen sind bereits erklommen. In der Diplomatenstadt Bad Godesberg trifft man sich wieder.

Fazit: Niemand wird seekrank auf der Überfahrt!  (Strecken auf gpsies.com)

Mittwoch: In den Westerwald

Richtung Osten, anfangs durch die rechtsrheinischen Stadtteile Bonns auf verkehrsarmen Straßen, einen kleinen Anstieg hinauf, am Schloß Birlinghoven, in dem heute die Fraunhofer Gesellschaft residiert (hier wurde MP3 erfunden), vorbei führt der Weg wellig im Siebengebirge entlang zweier schneller Trassen, Autobahn und ICE Strecke sind manchmal zu sehen, dort ist man viel schneller unterwegs als der Radfahrer. Runter ins Pleistal und über den nächsten Höhenzug, für die „kurzen“ wieder runter ins Siegtal und auf dem Radweg an der Sieg entlang zurück zum Start.

Wer weiter fährt kommt in den Westerwald, wird aber hoffentlich vom oft besungenen kalten Wind nicht zu viel abbekommen. Durchs schöne (Hanfbach-)Tal hinauf, über kleine Hügel und durch winzige Täler mit schönen Ausblicken ins Wiedtal. Nach einem schönen Anstieg ist der Sportler wieder auf der Höhe, nach bald 60 km wird die alte Strecke wieder erreicht und mit den „kurzen“ geht es an der Sieg entlang zurück zum Start.

Fazit: Wer den Westerwald sehen will, muss ein wenig mehr in die Pedale treten...  (Strecken auf gpsies.com)

Donnerstag: Ins Oberbergische

Auf kürzestem Weg zur Sieg, die ist ein kleines Flüsschen welches in den Rhein mündet und daher gramatikalisch tatsächlich richtig, auf dem Radweg 20 km weiter flußaufwärts bis zur Überquerung. Nasse Füße sind aber nicht  zu befürcheten. Am schönen Lokal „Sieglinde“ vorbei  heißt es für die „Kurzen“ umkehren, die anderen kurbeln jetzt ein wenig den Berg hinauf um auf den Höhen einen kurzen Blick auf die Wahnbachtalsperre zu werfen - aber der Radler wird enttäuscht, so weit ist er noch nicht. Weiter bis ins Oberbergische, über Höhen und in schönen Flusstälern führt unser Rundkurs und erst am Ende der Runde ist die Talsperre endlich zu sehen, die das beste Trinkwasser für Bonn und Umgebung liefert. Ausgeklügelte Bepflanzung in den Zuläufen sorgt schon für beste Qualität. Wieder zurück an der „Sieglinde“ trifft man sich wieder und gemeinsam durch Hennef und Sankt Augustin kommt der Sportler auf den Wegen des so genannten „Grünen C“ wieder zum Start zurück.

Fazit: Wer auf den Wegen bleibt, braucht auch an der Talsperre keine Schwimmweste...  (Strecken auf gpsies.com)

Freitag: An Rhein und Sieg

Schnell kommt man heute zum „Vater Rhein“. Flussaufwärts Richtung Süden auf der "Schäl Sick", wie die Rheinländer das rechte Rheinufer nennt, fällt der Blick auf Bonn. Links sieht man das Siebengebirge, gegenüber am Bonner Ortrand das Drachenfelser Ländchen, die Tour war hier am Dienstag unterwegs. Kurz vor die Landesgrenze, Bad Honnef ist der südlichste Ort am Rhein in NRW, kommt die Rast und Umkehrstelle. Wer aber noch weiter will steigt ins Siebengebirge auf bis zur A3 auf. Jetzt ist für heute der höchste Punkt erreicht, ein wenig hügelig bis zur Kreuzung mit der B8 (Vierwinden), und eine schöne Abfahrt ins Siegtal, in dem es wieder zurück zum Start geht.

Fazit: Auch Fahrten an Flüssen müssen nicht flach sein.  (Strecken auf gpsies.com)

Samstag: Westwärts...

Ein letztes Mal geht es über den Rhein, der Weg richtet sich westwärts zu den Villewäldern und erreicht in Oberelvenich den westlichsten Punkt der ganzen Woche – aber keine Angst, wir brauchen keinen Reisepass. Zuvor aber, und es ist keine Überraschung, alle Eingeweihten kennen ihn, den gefürchteten Angst-Anstieg aus der Rheinebene ins Vorgebirge: Ganz plötzlich, bei Kilometer 23 türmen sich die fruchtbaren Böden auf und zwingen den Sportler aufs kleine Kettenblatt. Hinten können die Ritzel gar nicht groß genug werden und in nur 1,9 km sind gut 100 Hm zu überwinden – bist du oben kannst du stolz sein! Den 40ern bleibt diese Mühe übrigens erspart. Wellig geht es weiter, nur damit man dann 65 km später langsam wieder zu Rhein zurück gelangt.

Alle Richtungen von Bonn aus hat der Radler jetzt kennengelernt, aber welche ist die schönste? Da gibt es mindestens genauso viele Meinungen wie Fahrräder.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen…(Strecken auf gpsies.com)

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